Am 11.08.2004 um 19.30 Uhr war es dann soweit.
Allein, dass uns der Anruf erreichte, war schon ein kleines Wunder.
Meine Geschäftsnummer klingelt abends ab 19.00 Uhr nur noch im Büro (Büro ist im
gleichen Haus in der Tiefparterre). Aus irgendeinen Grunde hatte ich mich
entschieden noch den Rasen zu mähen, deswegen konnte Sonja den Anruf entgegen
nehmen. Tatsächlich hatten wir beide die Handys obengelassen, im Krankenhaus war
die Akte von Denise weg und Dr. Auth hatte nur meine Geschäftsnummer. Und es war
kurz vor der Ablehnung des Transplantates.
Aber der Anruf erreichte uns. Es ging dann alles wahnsinnig schnell, uns wurde
mitgeteilt, das in diesen Moment ein Krankenwagen zu uns unterwegs sei.
Wir sollten nur die nötigsten Sachen packen und uns bereithalten. Eine halbe
Stunde später war der Wagen aus Essen bei uns. (was in dieser halben Stunde
passierte, würde allein 10 Seiten füllen) Sonja fuhr dann mit unserer Tochter und
Blaulicht los. Ich fuhr mit meinen PKW hinterher und kam ca. 15 Minuten nach dem
Krankenwagen in Essen an.
Denise bekam im Krankenhaus Blut abgenommen, sie wurde gewaschen, abgeführt,
geröngt und bekam ein Schlafmittel.
Um 22.30 Uhr gaben wir sie an der OP-Schleuse ab. Der Anästhesist nahm unsere
Tochter im Arm und sie fing sofort an mit ihm zu schäkern. Er sagte zu seinem
Kollegen, er wolle unsere Tochter im Arm in Narkose legen und verprach uns, dass
wir sie wiederbekommen.
Eine tränenreiche halbe Stunde später entschieden wir uns doch dann, nach Hause zu
fahren, da die OP bis zum nächsten morgen dauern sollte.
Am 12.08.2004 waren wir dann auf der Intensivstation. Unsere Tochter hatte die
Operation gut überstanden, ihr Zustand war jedoch kritisch. Am morgen hatte sie
einen kurzen Herzstillstand und musste wiederbelebt werden, da der Kaliumspiegel im Blut bedrohlich angestiegen
war. Der Oberarzt erklärte uns, das es Denise zur Zeit gut gehen würde, sich
dieser Zustand jedoch zu jederzeit ändern könne. Sie bekam Bluttransfusionen,
da sie im Bauchbereich immer noch blutete.
Der Bauch war immer noch geöffnet, da das Transplantat etwas zu groß war. Es ist
zwar eine Kinderleber, aber sie bekam dann doch eine Splittleber.
Wir hatten uns um 22.30 Uhr nochmal ein Update geholt. Die Bauchblutung war
zurückgegangen und unsere Tochter versuchte schon selbständig zu atmen. Ihr Zustand
war stabil.



